Großdemo gegen Ausgrenzung und Rechtsruck in Berlin

LGBTI-Aktivisten, Bürgerrechtler und Kulturschaffende rufen für den 13. Oktober zu einer Demo in der Hauptstadt auf, mit der sie sich gegen die um sich greifende Menschenverachtung wehren wollen.

Schon mal den 13. Oktober vormerken: Am Nachmittag will das Bündnis Menschen auf die Straße bringen, die sich gegen Rassismus und Menschenverachtung wehren wollen

 

Ein breites Bündnis der Zivilgesellschaft plant am 13. Oktober (Samstag) ab 13 Uhr eine Großdemonstration in Berlin, um für eine offene und solidarische Gesellschaft und gegen den allgemeinen Rechtsruck einzustehen. Bislang haben bereits mehr als 450 Organisationen und Kulturschaffende den Aufruf für das Bündnis #unteilbar unterzeichnet.


Unterstützt wird die Aktion von Bürgerrechtsorganisationen wie Amnesty International sowie vielen bekannten Künstlern; dazu zählen die Musikband Die Ärzte, Schauspielerin Julia Jentsch und Satiriker Jan Böhmermann. Auch LGBTI-Organisationen wie der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), die Schwulenberatung Berlin oder Fußballfans gegen Homophobie gehören zu den Erstunterzeichnern von #unteilbar.

"Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig", so begründen die Veranstalter ihr Engagement. "Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt." Ganz Europa sei derzeit von einer "nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und Ausgrenzung erfasst". In ihrem Aufruf beklagen die Aktivisten unter anderem das "Sterben von Menschen auf der Flucht", die verstärkte Überwachung durch den Staat und die Schwächung des Sozialsystems.

Zu den Unterstützern gehört auch die die lesbische Schriftstellerin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke. "Verschiedenheit ist kein Grund für Ausgrenzung. Ähnlichkeit keine Voraussetzung für Grundrechte", so begründete Emcke ihr Einsatz für #unteilbar. Die 50-Jährige hatte bereits vergangenes Jahr davor gewarnt, dass Hass und Extremismus in Deutschland eine neue Qualität erreicht hätten.

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Quelle: queer/red 
Foto Quelle: pexels.com


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