Attentat bei Barcelona: Wollte Täter sterben, weil er schwul war?

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Ehefrau bestreitet islamistische Motive bei dem Angriff auf eine Polizeistation in Cornellà de Llobregat

Attentat bei Barcelona: Wollte Täter sterben, weil er schwul war?
Bild-Quelle: Antena 3/Mossos d'Esquadra

Attentat bei Barcelona: Wollte Täter sterben, weil er schwul war?

Fragen wirft eine Messerattacke mit tödlichem auf eine Polizeistation in Spanien auf: In einem Interview mit der spanischen Zeitung El País legt die Ehefrau des Angreifers nahe, dass es sich nicht um einen Terroranschlag gehandelt hat – sondern der 29-jährige Algerier sterben wollte, weil er mit seiner Homosexualität nicht zurechtkam

Er stürmte mit einem Messer die Wache, dann erschoss ihn eine Polizistin

Abdelouahab Taib stürmte am Montag gegen 5.55 Uhr mit einem 20 Zentimeter langen Messer die Wache der Mossos d’Esquadra in der Stadt Cornellà de Llobregat bei Barcelona. Unter arabischen Rufen ging er auf eine Polizistin los, die er nur knapp verfehlte. Die Beamtin erschoss ihn mit vier Kugeln in den Beinen, den Armen und den Kopf. Der ganze Vorfall dauerte 15 Sekunden.

Vor dem zuständigen Gericht sagte die Frau aus, dass sie davon ausging, dass von dem 29-Jährigen eine „klare Tötungsabsicht“ ausging – und sie dem entsprechend gehandelt habe. Überwachungskamera und ein Kollege bestätigten dabei ihre grundsätzlichen Schilderungen.

Die katalanischen Behörden ermitteln derzeit in alle Richtungen

Offiziell gibt man sich über die Gründe für den Angriff bedeckt. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen, erklärt der katalanische Innenminister Miquel Buch. Er sagte, es sei zu früh, einen Selbstmord durch Polizeibeamte oder einen isolierten Fall von Terrorismus als Motiv zu bestätigen oder auszuschließen.

Bislang gebe es aber keine Hinweise auf Kontakte zu Terroristen, so der Innenminister. Taib sei in der Vergangenheit auch nicht auffällig geworden, er habe keine Strafakte.

Letztes Jahr outete sich Taib  vor seiner Frau als schwul, kurz vor der Tat kam es zur Scheidung

Für die Frau des Getöteten, eine wegen ihm zum Islam konvertierte Spanierin, ist der Grund für den Angriff klar: Abdelouahab Taib wollte sterben, weil er nicht damit zurecht kam, dass er schwul war. Wie sie den Mossos bei ihrer Aussage sagte, habe ihr Mann entsprechende Gedanken geäußert, nachdem sie ihm gesagt hatte, ihn zu verlassen.

Vor einem Jahr hat sich Taib bei ihr als schwul geoutet. Letzte Woche unterzeichnete das Paar schließlich die Scheidungsdokumente. Die beiden wohnten noch zusammen, etwa 150 Meter von der Polizeistation entfernt, in welcher der Angriff geschah.

Keine islamistischen Motive in den Abschliedsbriefen

Der 29-Jährige hat spanischen Medien zufolge mehrere Abschiedsdokumente hinterlassen. Darunter waren die Botschaft „Ich gehe, so Gott will, zu dem großen Platz dort oben“ und zwei weitere arabische Texte, einer davon handgeschrieben. Darin bittet er Gott, ihm zu vergeben. Alle Botschaften lassen keine jihadistischen Motive oder Aussagen erkennen.

Hauptgrund für die suizidalen Gedanken des 29-jährigen Algeriers sei El País zufolge die Angst gewesen, als schwuler Mann in der muslimischen Community „mit Scham und Schande“ angesehen zu werden, wenn die sexuelle Orientierung öffentlich bekannt werden sollte.

 

Seine Frau vermutete außerdem, dass er sie nur geheiratet hatte, um sich legal in Spanien aufhalten zu können. Ihr Anwalt kündigte an, eine Klage gegen die Mossos d’Esquadra wegen unverhältnismäßiger Tötung zu prüfen.


Berichte über (mögliche) Suizide können bei Personen, die sich in einer Krise befinden, die Situation verschlimmern. Die Psychiatrische Soforthilfe bietet unter 01/313 30 rund um die Uhr Rat und Unterstützung im Krisenfall. Die österreichweite Telefonseelsorge ist ebenfalls jederzeit unter 142 gratis zu erreichen.

 

Quelle: GGG.at

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