Kein Rückzug vom Rückzug - Klares "Nein" von Kevin Hart zur Oscar-Moderation im Februar

Der Comedian war wegen homofeindlicher Tweets und Witze aus den Jahren 2009 bis 2011 ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Jetzt fehle ihm Zeit zur Vorbereitung.

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 Kevin Hart bei einem Auftritt im Jahr 2014 (Bild:  Memorial Student Center Texas AM University / wikipedia)

Das Hin und her um Kevin Hart als möglicher Oscar-Gastgeber ist offensichtlich beendet. Die Frage, ob er die Trophäenshow am 24. Februar moderieren werde, beantwortete der US-Komiker am Mittwoch in der US-Sendung "Good Morning America" mit einem klaren "Nein". Es bliebe jetzt nicht mehr genug Zeit, um sich auf diesen Auftritt vorzubereiten.

Kurz nach seiner Ernennung als Oscar-Gastgeber Anfang Dezember war der schwarze Comedian wegen homofeindlicher Tweets und Witze aus den Jahren 2009 bis 2011 ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Hart gab daraufhin seinen Rückzug als Show-Moderator bekannt. Zugleich entschuldigte sich der 39-Jährige bei der LGBTI-Community für "unsensible Worte aus der Vergangenheit".

Ellen DeGeneres stellte sich hinter Hart

Vorige Woche stellte er jedoch eine mögliche Rückkehr auf die Showbühne in Aussicht. Er denke darüber nach, sagte Hart in der US-Talkshow von Moderatorin Ellen DeGeneres. Die offen lesbische Moderatorin DeGeneres hatte sich in ihrer Sendung klar hinter Hart gestellt. Sie habe auch von der Oscar-Akademie gehört, dass man sich Hart als Moderator wünsche, sagte DeGeneres.

Er habe sich nun mehrfach für seine früheren homophoben Äußerungen entschuldigt, die Sache sei damit für ihn erledigt, betonte Hart am Mittwoch. Der dreifache Vater, der unter anderem die MTV Video Music Awards moderierte, ist aus Filmen wie "Jumanji: Willkommen im Dschungel", "Ride Along", "Der Knastcoach" oder "Central Intelligence" bekannt.

Bereits 2014 hatte Kevin Hart erklärt, dass er in seinem Bühnenprogramm fortan keine Witze über Homosexuelle mehr machen wolle. Damals sagte er: "Das ist ein sensibles Thema und ich respektiere Menschen aller Orientierungen. Das Thema sollte ich daher besser nicht behandeln."

Hart zu "unsicher", um schwule Rollen zu spielen

Im Jahr 2015 hatte Kevin Hart in einem Radiointerview erklärt, dass er keine schwule Figur in einem Film spielen wolle. Zur Begründung meinte er: "Ich kann das nicht. Nicht aus Böswilligkeit oder Geringschätzung, sondern weil ich diese Rolle nicht hundertprozentig ausfüllen kann, da ich selbst unsicher bin."

In der Filmkomödie "Scary Movie 4" aus dem Jahr 2006 hatte Hart noch eine "schwule" Figur gespielt – und mit seinem Filmpartner Anthony Anderson die bekannte Zelt-Sexszene aus "Brokeback Mountain" veralbert.

 

Direktlink | Kevin Hart als "schwuler" Cowboy in "Scary Movie 4"

Die Oscars werden in der Nacht zum 25. Februar in Los Angeles verliehen. Einen Ersatz für Hart hat die Academy bislang nicht benannt. (cw/dpa)

 

 

Quelle: queer.de / red