ARD-Mietersoap Coming-out in der "Lindenstraße" - MenConnect

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08 Jan 2019 Filme

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ARD-Mietersoap Coming-out in der "Lindenstraße"

Paul spricht mit seinem Vater – und erklärt, warum er in den letzten Wochen so abgelenkt war.

In der neuesten Folge der "Lindenstraße", die am Sonntag im Ersten ausgestrahlt wurde, gibt es ein Coming-out: Der 16-jährige Paul, der seit 2009 von Schauspieler Ole Dahl dargestellt wird, erzählt seinem Adoptivvater Murat (Erkan Gündüz) am Ende von Episode 1.701, dass er sich in einen Jungen verliebt hat. 

In der Folge mit dem Titel "Türkischer Honig" beobachtet Murat besorgt, dass sich Paul immer mehr zurückzieht. Murats Frau Lisa (Sontje Peplow) schiebt die Launen des Sohnes auf sein Teenager-Alter. Sie ist sauer, dass er sich noch immer keinen Praktikumsplatz gesucht hat. Murat bittet Klaus (Moritz A. Sachs), dass sein Sohn ein Praktikum in der Frauenzeitung "Karlotta" machen kann – mit Erfolg.

Doch als Murat Paul davon berichtet, macht dieser seinem Vater ein Geständnis: Er war nur bei der Schülerzeitung aktiv, da er verliebt war. Murat ist enttäuscht: Der ganze Ärger nur wegen eines Mädchens? Murat fragt seinen Sohn, wie ihr Name ist. Paul antwortet: "Er heißt Christian."

Die "Lindenstraße" hatte einst mit schwulen Handlungssträngen deutsche Fernsehgeschichte geschrieben: 1987 knutschte Carsten Flöter (Georg Uecker) seinen damaligen Freund Gerd Weinbauer (Günter Barton) – eine völlige Neuheit im bislang biederen deutschen Vorabendprogramm. Carsten sorgte drei Jahre später mit einer heißen Liebesnacht mit seinem damaligen Lover Robert Engel (Martin Armknecht) für Säckeweise Beschwerden beim WDR und sogar Morddrohungen gegen die Schauspieler. Die Szene wurde später zum Museumsobjekt im Bonner "Haus der Geschichte".

1997 heiratete Carsten – vier Jahre vor Einführung der eingetragenen Partnerschaft – seinen Freund Theo. 2003 dann verpartnerte er sich schließlich mit Käthe und adoptierte den HIV-positiven Felix. Zuletzt tauchten auch mehrere Trans-Rollen in der Lindenstraße auf.

Lange werden die Zuschauer die Abenteuer von Paul nicht mehr mitverfolgen können: Vor wenigen Wochen hatte der WDR bekannt gegeben, dass die Serie zum März 2020 eingestellt wird. Grund sind offenbar die dramatisch gesunkenen Einschaltquoten: Während in den Achtzigerjahren noch 15 Millionen Zuschauer Woche für Woche den Abenteuern von Mutter Beimer und Co. beiwohnten, sind es jetzt gerade mal zwei Millionen. (cw)

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