Auftaktfolge von Staffel 16 DSDS: Fabrizio ist raus


Der High-Heels-Auftritt von Fabrizio bei DSDS war sehr kurz: Der vorlaute Kandidat wird sogar von einer Jurorin nach frechen Bemerkungen eigenhändig rausgeschmissen.

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Er kam, sah und ging wieder: Fabrizio Giordano wird kein RTL-"Superstar" (Bild: RTL)

 

Der Kölner Sender RTL warb vor dem Sendestart der 16. Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" besonders mit dem 21-jährigen Fabrizio aus Pforzheim. Nach der Ausstrahlung der ersten Sendung am Samstagabend ist klar: Der Kandidat, der pinkgeschminkt und mit Stöckelschuhen zum Casting ins vorarlbergische Lochau kam, hat nur einen kurzen Auftritt in Dieter Bohlens Show. Er kommt wegen mangelhafter Sangeskünste nicht weiter und wird sogar nach Zickereien eigenhändig von Jurorin Oana Nechiti rausgeschmissen. RTL ist seine Geschichte am Samstag fast zehn Minuten Sendezeit wert.

Zunächst scheint insbesondere Dieter Bohlen am Anfang vom schlagfertigen 21-Jährigen fasziniert zu sein, den RTL bereits als "wohl frechsten Kandidaten" bezeichnet – immerhin prahlt der junge Pforzheimer, der sich als 16-facher deutscher Meister im Hip-Hop bezeichnet, fast genauso wie der selbsternannte "Pop-Titan".

Fabrizio macht auch aus seiner sexuellen Orientierung kein Geheimnis. "Bei mir merkt man, dass ich homosexuell bin", sagt er stolz. Kurioserweise bezeichnet er sich aber als als "Dragking" ("like a girl – but keine Haare") – ein Begriff, der gewöhnlich eine weibliche Künstlerin bezeichnet, die innerhalb einer Bühnenrolle in typisch männlicher Kleidung und Aussehen stereotype männliche Verhaltensweisen darstellt oder persifliert.

Als Fabrizio anfängt zu singen, kippt die Stimmung der Jury schnell. Der Kandidat reagiert dabei äußert kritikresistent auf die Einwürfe der Jury – und wird am Ende zickig ("Don't mess with the diva"). Nachdem er Juror Pietro Lombardi mit den Worten "Du bist nicht mein Typ, kuck dich an!" beleidigt, platzt Oana Nechiti der Kragen und sie wirft den Kandidaten raus.

 

Xavier Naidoo ohne Verschwörungstheorien

Im Vorfeld der Sendung war auch mit Spannung erwartet worden, wie sich Xavier Naidoo als Juror der Sendung macht. Immerhin verlor er wegen eines homophoben Songtextes und seiner Nähe zu Rechtsextremen das deutsche Ticket zum Eurovision Song Contest 2016.

Bei DSDS trat Naidoo (RTL: "Die TV-Sensation des Jahres") aber ohne Aluhut auf, erwähnte mit keinem Wort Verschwörungstheorien und setzte auch Homosexuelle und Kinderschänder nicht gleich. Im Vergleich zu Bohlen ging er sogar zivil mit den Kandidaten um. Auf die Nerven geht nur sein Spruch "Girl can sing!", den er gefühlt jeder weiblichen Kandidatin entgegenwarf.

Die Zuschauer goutierten die Castingshow erneut. Wenn es auch nicht mehr zu den Superquoten der Küblböck- oder Mark-Medlock-Staffeln reicht, konnte RTL in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen den Tagessieg einfahren. Insgesamt schalteten 4,38 Millionen Zuschauer die Sendung ein. Seit 2016 ist die Quote der RTL-Show damit weitgehend stabil. (cw)

 

Quelle: queer.de / red