Academy Award Homophobe Witze: Kevin Hart sagt Oscar-Moderation ab

Der US-Komiker entschuldigte sich auf Twitter bei der LGBTI-Community "für meine unsensiblen Worte aus der Vergangenheit". Nun verzichtet er auf seinen Traum, Gastgeber der Oscar-Verleihung zu sein.

Kevin Hart hatte bereits 2014 angekündigt, keine Witze mehr auf Kosten von Schwulen und Lesben zu machen (Bild:  WestConn / flickr)

 

Der US-amerikanische Schauspieler und Komiker Kevin Hart will die Verleihung der Oscar-Filmpreise im Februar nicht mehr moderieren. Das teilte der 39-Jährige am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. Hintergrund ist Kritik an Harts homophoben Tweets und Witzen aus den Jahren 2009 bis 2011.

Zugleich entschuldigte sich der Komiker bei der LGBTI-Community "für meine unsensiblen Worte aus der Vergangenheit". Er habe sich für einen Rückzug als Gastgeber der Oscar-Gala entschieden, "weil ich keine Ablenkung sein will in einer Nacht, die von so vielen großartigen, talentierten Künstler gefeiert werden sollte".

In den letzten Tagen hatte er einige der alten Tweets gelöscht. In den kritisierten Einträgen hatte er unter anderem einem anderen Schauspieler mitgeteilt, sein Profilbild sehe aus wie "ein schwules Plakat für Aids", hatte mehrere Nutzer als "Schwuchteln" bezeichnet und gemeint, dass er, sollte sein Sohn nach Hause kommen und mit dem Puppenhaus seiner zwei Töchter spielen, dieses über seinem Kopf zerbrechen werde mit dem Hinweis: "Stopp, das ist schwul".

Hart hatte sich auf Moderation gefreut

Noch am Dienstagabend hatte Hart auf Instagram und Twitter verkündet: "Ich freue mich sehr mitzuteilen, dass endlich der Tag gekommen ist, dass ich Gastgeber der Oscars werde." Dies sei schon lange Zeit eines seiner Ziele gewesen. Hart hatte unter anderem die MTV Video Music Awards moderiert. Der dreifache Vater ist aus Filmen wie "Jumanji: Willkommen im Dschungel", "Ride Along", "Der Knastcoach" oder "Central Intelligence" bekannt.

Die Oscar-Akademie hatte erst zwei Tage zuvor bekanntgegeben, dass der schwarze US-Comedian erstmals die Verleihung im Februar moderieren werde. Der Job gilt als einer der begehrtesten und schwierigsten in der Film-Branche. Stunden vor seinem angekündigten Rückzug hatte Hart noch erklärt, er werde sich nicht für seine damaligen Kommentare entschuldigen.

Stand-up-Comedian aus Philadelphia

Der 1979 in Philadelphia geborene Schauspieler begann seine Karriere als Stand-up-Comedian in seiner Heimatstadt. Danach landete er Comedy-Rollen in mehreren Hollywood-Produktionen, darunter "Soul Plane", "Denk wie ein Mann" und "Zwei vom alten Schlag". Er spielte auch in mehreren TV-Produktionen mit, etwa als Gastdarsteller in zwei Folgen der Serie "Modern Family".

2013 erfand er die Pseudo-Reality-Serie "Real Husbands of Hollywood", in der er zusammen mit anderen Stars wie Sänger Nelly oder "America's Got Talent"-Moderator Nick Cannon sein "echtes" Leben präsentiert. Die Sendung ist eine Parodie der erfolgreichen "Real Housewives"-Reality-Serie über zickige "Hausfrauen.

"Ich respektiere Menschen aller Orientierungen"

Bereits 2014 hatte Hart erklärt, dass er in seinem Bühnenprogramm fortan keine Witze über Homosexuelle mehr machen wolle. Damals sagte er: "Das ist ein sensibles Thema und ich respektiere Menschen aller Orientierungen. Das Thema sollte ich daher besser nicht behandeln."

Im Jahr 2015 hatte Kevin Hart in einem Radiointerview erklärt, dass er keine schwule Figur in einem Film spielen wolle. Zur Begründung meinte er: "Ich kann das nicht. Nicht aus Böswilligkeit oder Geringschätzung, sondern weil ich diese Rolle nicht hundertprozentig ausfüllen kann, da ich selbst unsicher bin."

In der Filmkomödie "Scary Movie 4" aus dem Jahr 2006 hatte Hart noch eine "schwule" Figur gespielt – und mit seinem Filmpartner Anthony Anderson die bekannte Zelt-Sexszene aus "Brokeback Mountain" veralbert. (cw/dpa)

 

Kevin Hart als "schwuler" Cowboy in "Scary Movie 4"

 

Quelle: queer.de / red

 


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