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06 May 2020 Berichte

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Welcher Teufel reitet Benedikt XVI.?

Joseph Ratzinger hat gläubige Schwule und Lesben sowie deren Angehörige in schwere religiöse Konflikte bis hin zum Suizid getrieben. Nun stilisiert er sich als Opfer, dessen "Stimme man ausschalten" wolle.

Auch wenn es inzwischen eher wie eine frustrierte Resignation klingt, so haben katholische Lesben und Schwule die unentwegte Demütigung durch den "Alt-Papst", wie Radio Vatikan ihn nennt, satt. Er wird in der soeben erschienenen Benedikt-Biografie von Peter Seewald so zitiert: "Vor hundert Jahren hätte es noch jedermann für absurd gehalten, von homosexueller Ehe zu sprechen. Heute ist gesellschaftlich exkommuniziert, wer sich dem entgegenstellt"

Seit Jahrzehnten ist Joseph Ratzinger, erst als Präfekt der Glaubenskongregation in Rom, dann als Papst Benedikt XVI. von dem Thema besessen, lesbischen Christinnen und schwulen Christen, ihre von Gott geschenkte homosexuelle Begabung madig und verachtenswürdig zu machen. Damit hat er viele gläubige Schwule und Lesben sowie deren Angehörige in schwere religiöse Konflikte bis hin zum Suizid getrieben.

Er verdammte und verbot die Benutzung von Kondomen, die die Ansteckung mit HIV eindämmen könnten und förderte dadurch die Ausbreitung von Aids-Erkrankungen weltweit. Er ist somit mitschuldig an Millionen von Aids-Toten, die inzwischen vor allem in Afrika südlich der Sahara zu beklagen sind.

Jahrzehnte lang Andersdenkende unterdrückt

Das ist die tatsächliche Bilanz des Lebens des Joseph Ratzinger. Sich heute larmoyant als Opfer von "bösartiger Verzerrung der Wirklichkeit" zu stilisieren, dessen "Stimme man ausschalten" wolle, wo er doch selbst Jahrzehnte lang Andersdenkende, u.a. (Moral-) Theologinnen und -Theologen und die Befreiungstheologie in Südamerika unterdrückt hat, ist erbärmlich. Joseph Ratzinger war Jahrzehnte lang die Speerspritze des homophoben Systems römisch-katholische Kirche. Wieder einmal vertauscht er Täter und Opfer statt Einsicht und Reue zu zeigen.

Ratzinger/Benedikt hat sich viele Jahrzehnte der ehrlichen inhaltlichen Diskussion mit der Moderne verweigert. Wer "die geistige Macht des Antichrists" an die Wand malt, wenn es um die gesellschaftliche und staatliche Anerkennung der Liebe zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts geht, kann sich nicht ernsthaft darüber wundern, wenn die ihm so verhasste "moderne Gesellschaft" ihn nicht mehr ernst nimmt.

Kein Grund zum Klagen, sondern zum Feiern! 

Und er sieht dadurch gleich "die Kirche" von einer "weltweiten Diktatur von scheinbar humanistischen Ideologien bedroht" – das Gegenteil ist der Fall: Seine Hardliner-Tradition ist es, die eher noch mehr Katholikinnen und Katholiken in Deutschland über einen Kirchenaustritt nachdenken lassen. Ratzinger schädigt in seinem Tun die römisch-katholische Kirche nachhaltig und befeuert deren Spaltung. 

Der französische Journalist Frédéric Martel hat 2019 in seinem Buch "Sodom" Macht, homosexuelle Kultur und Doppelmoral innerhalb des Vatikans beschrieben. Er sieht auch die bekannte psychologische Erkenntnis bestätigt, dass Homophobie häufig in verdrängter eigener Homosexualität wurzelt. Wenn diese homophobe katholische Kultur in der modernen Gesellschaft nicht mehr gehört wird, ist dies kein Grund zum Klagen, sondern zum Feiern!

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