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Vereinte Nationen verurteilen

Ein Bericht des UN-Sonderermittlers für LGBTI-Fragen stellt "Homo-Heilern" ein vernichtendes Zeugnis aus.

Die Vereinten Nationen haben in einem 22-seitigen Bericht sogenannte Konversionstherapien zur "Heilung" von Homo- oder Transsexualität scharf kritisiert. Derartige Maßnahmen seien "von Natur aus diskriminierend". In dem Bericht wird die Praxis unter anderem als "erniedrigend, inhuman und grausam" bezeichnet. Außerdem wird beklagt, dass "Konversionstherapien" ein "bedeutendes Risiko von Folter" mit sich brächten. Deshalb sollten derartige "Behandlungen" weltweit verboten werden.

Der Bericht wurde von Victor Madrigal-Borloz, dem LGBT-Chefermittler der Vereinten Nationen, erstellt. Der costa-ricanische Menschenrechtsaktivist hat diesen Posten seit inzwischen zweieinhalb Jahren inne. Madrigal-Borloz hatte sich Ende Februar mit Sachverständigen getroffen, um die Problematik der "Konversionsbehandlungen" zu diskutieren.

In dem Bericht heißt es unter anderem, dass die Hälfte der Opfer von "Konversionsbehandlungen" Kinder und Jugendliche gewesen seien. 80 Prozent waren zum Zeitpunkt der "Therapien" 24 Jahre oder jünger. Die Methoden seien weltweit sehr unterschiedlich. Zum Beispiel würden Lesben in Mosambik von "Homo-Heilern" durch Exorzismen und "korrektive Vergewaltigungen" traktiert werden, in Vietnam würden Schwule, Lesben und Transpersonen zu "traditionellen Heilern" geschickt und im Iran würde Homosexuellen empfohlen, sich einer Geschlechtsanpassung zu unterziehen. Deutschland wird in dem Bericht nur einmal erwähnt – es heißt, in der Bundesrepublik würden sich insbesondere evangelikale Kirchen als "Homo-Heiler" hervortun.

Erwähnt wird außerdem, dass "Konversionstherapien" oft ein "lukratives Geschäft" seien. Amerikanische Anbieter würden etwa für eine "Behandlung" bis zu 26.000 Dollar (23.000 Euro) kassieren. 

Bericht nach CSD-Wochenende im Menschenrechtsrat 

Der Bericht soll am 29. Juni dem von der österreichischen Diplomatin Elisabeth Tichy-Fisslberger geführten UN-Menschenrechtsrat in New York City vorgestellt werden – also am Montag nach dem CSD-Wochenende in der Metropole, das dieses Jahr wegen der Corona-Krise allerdings hauptsächlich virtuell stattfindet. Chefermittler Mardrigal-Borloz forderte im Vorfeld der Vorstellung: "Lasst uns alle zusammenarbeiten, um ein globales Verbot für diese inhumane und erniedrigende Praxis zu erreichen." 

Der Weltärztebund betont bereits seit Jahren, dass "Homo-Heilung" Menschen in die Depressionen, den Drogenkonsum oder sogar in den Selbstmord treiben kann und deshalb eine Menschenrechtsverletzung darstelle. Bislang hat Malta als einziges EU-Land derartige Therapien vollständig verboten. In Deutschland haben Bundestag und Bundesrat unlängst ein Teilverbot der Praxis beschlossen, das noch nicht in Kraft getreten ist. Wegen des Gesetzes hat die Nachfolgeorganisation des deutschen "Heiler"-Vereins Wüstenstrom angekündigt, in die Schweiz zu flüchten. 

Völlig unklar ist, wie viele Homo- und Transsexuelle "Konversionstherapien" ausgesetzt werden, da es hier nur wenige quantitative Untersuchungen gibt. In den USA hat vergangenes Jahr das an der University of California angesiedelte Williams Institut die Zahl der durchgeführten "Therapien" unter heute 18- bis 59-Jährigen auf rund 700.000 geschätzt. (dk)

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