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Berichte

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Velma ist lesbisch

Seit Jahrzehnten gibt es Spekulationen um die sexuelle Orientierung von Velma. Eigentlich planten die Kreativen, die Homosexualität der Streberin aus der Serie "Scooby-Doo" in Filmen und Serien deutlich zu machen. Aber die Studiobosse waren dagegen.

"Scooby-Doo"-Autor James Gunn und Produzent Tony Cervone haben unabhängig voneinander erklärt, dass sie die Figur Velma in der Serie "Scooby-Doo" als Lesbe ansehen, obwohl dies nie ausdrücklich in Hunderten Serienfolgen oder Kinoproduktionen gezeigt wurde. Velma ist in der Serie um die ständig verängstigte Deutsche Dogge Scooby-Doo die bodenständigste Figur – so zweifelt sie die Existenz von übernatürlichen Phänomenen stets an und liegt damit am Ende praktisch immer richtig.

Gunn schrieb am Montag auf die Bitte eines Fans zur Erfüllung von "lesbischen Velma-Träumen", dass er im Skript der teilweise computeranimierten Verfilmung aus dem Jahr 2001 Velma ursprünglich als "deutlich lesbisch" angelegt hatte. "Aber das Studio hat das immer mehr verwässert. Es wurde zunächst mehrdeutig (die Version, die wir gedreht haben), dann gar nichts (die veröffentlichte Version) und am Ende hatte sie einen Freund (in der Fortsetzung)." Tatsächlich hatte Velma (gespielt von Linda Cardellini) in "Scooby Doo 2 – Die Monster sind los" aus dem Jahr 2004 sexuelles Interesse an Patrick Wisely (Seth Green).

Bereits kurz nach der Veröffentlichung des ersten Scooby-Doo-Films hatte Schauspielerin Sarah Michelle Gellar, die Daphne spielte, erklärt, dass ihre Figur eigentlich Velma in einer Szene küssen sollte. "Linda war eine gute Küsserin", so die frühere "Buffy"-Darstellerin im Interview mit "Sci Fi Wire".

 Bei "Scooby-Doo" waren die 2001 beliebten Jungstars (v.l.n.r.) Sarah Michelle Gellar (Daphne), Matthew Lillard (Shaggy), Linda Cardellini (Velma), und Fredie Prinze Jr. (Fred) dabei (Bild: Warner Bros. Pictures)

Autor James Gunn hatte diese Kussszene bereits 2017 erwähnt. Damals schrieb er in sozialen Netzwerken, die Studiobosse hätten verlangt, Kraftausdrücke und "sexuelle Situationen inklusive eines Kusses zwischen Daphne und Velma" aus dem Film zu entfernen, um die US-Altersfreigabe von PG-13 (empfohlen ab 13 Jahren) auf PG (ab 0 Jahre, elterliche Anleitung empfohlen) zu senken. Einen Erfolg konnte er aber doch erzielen: "Dankenswerterweise sind die Fürze im Film geblieben."

"Velma ist nicht bisexuell, sie ist lesbisch"

Auch Produzent Tony Cervone erklärte bereits Ende Juni anlässlich des CSD-Monats auf Instagram, dass er Velma in seiner TV-Serie "Mission Scooby-Doo" (2010 bis 2013) lesbisch angelegt habe, obgleich sie in dieser Serie mit der Figur Shaggy, dem mutmaßlichen Kiffer der Gruppe, ausging. "Velma ist in 'Mission Scooby-Doo' nicht bisexuell, sie ist lesbisch", so Cervone. "Wir haben immer geplant, dass die Beziehung von Shaggy und Velma etwas komisch für sie dargestellt wird, aber sie wusste nicht genau warum."

In der Serie sei eine Beziehung mit Marcie angedeutet worden, "so deutlich wir das vor zehn Jahren machen konnten". Die beiden hätten sich aber nie näher kommen können, weil die Serie bereits nach 52 Folgen abgesetzt wurde. Er veröffentlichte zu seinem Statement ein Bild, das Velma und Marcie mit einem Regenbogen-Hintergrund zeigt, darunter ist das Wort "PRIDE" zu lesen.

"Scooby-Doo" ging 1969 im US-Kinderfernsehen an den Start – also zu einer Zeit, als Homosexualität nur in einem der 50 US-Bundesstaaten legal war (in Illinois). Velma stieg jedoch schnell zu einer lesbischen Ikone auf, ähnlich wie Peppermint Patty aus den "Peanuts".

Immerhin konnten die Macher bereits von Anfang an einige subversive Botschaften integrieren, die den Studiobossen offenbar nicht auffielen. So wurde Angsthase Shaggy stets als Kiffer dargestellt, obwohl Marihuana zu dieser Zeit in allen 50 Bundesstaaten verboten war. Angedeutet wurde dies dadurch, dass beim Öffnen des Hippie-Busses, mit dem Fred, Daphne, Velma, Shaggy und Scooby-Doo durch die Gegend fuhren, oft Rauch entwich. Außerdem war Shaggy andauernd hungrig. 

Derzeit läuft im Fernsehen der 2019 gestartete Cartoon-Ableger "Scooby-Doo und wer bist Du?". Seit letzter Woche zeigen die deutschen Kinos zudem den 3D-Animationsfilm "Scooby – Voll verwedelt", der allerdings nicht auf die sexuelle Orientierung von Velma eingeht. (dk)



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