Russisch-orthodoxer Erzbischof: Transsexualität schuld am Coronavirus - MenConnect

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28 Mar 2020 Berichte

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Russisch-orthodoxer Erzbischof: Transsexualität schuld am Coronavirus

Er ruft die Gläubigen auf, "beharrlich morgens und abends die festgelegten Abend- und Morgengebete zu verrichten"

Für Irritationen in unserem Nachbarland sorgt ein „Sendschreiben“ von Metropolit Mark, dem russisch-orthodoxen Erzbischof von Deutschland. In dem Brief „an den Klerus, die Mönche und Nonnen und alle Gläubigen“ benennt er die Gründe, die seiner Meinung nach zum Ausbruch des Coronavirus geführt hätten – und dazu gehöre auch Transsexualität.

Corona als Strafe Gottes, weil der Mensch „nicht den gottgegebenen Unterschied zwischen Mann und Frau anerkennen“ wollte?

„Der Mensch wollte Gott durch sich selbst ersetzen, als er sich gedankenlos in die Welt – die Schöpfung Gottes, und die Natur des Menschen einmischte“, schreibt der 79-Jährige in dem Brandbrief zur Corona-Krise: Dazu gehöre auch, dass der Mensch „nicht den gottgegebenen Unterschied zwischen Mann und Frau anerkennen“ wolle oder „das Kindergebären als natürliche Erscheinung seines Lebens anzuerkennen“.

„Erstaunt es da, dass ständig neue Krankheiten auftauchen, und dass es gegen sie keine Heilmittel mehr gibt, die das Los der Infizierten lindern würden?“, stellt der als Michael Arndt in Chemnitz geborene Geistliche daraufhin seinen Lesern eine rhetorische Frage.

Für den Erzbischof wirksam gegen das Coronavirus: Fasten und Beten

Eine Antwort hat Metropolit Mark hingegen, wenn es um die Bekämpfung des Coronavirus geht – nicht durch Wissenschaft natürlich: „Lasst uns beim Fasten und Gebet nicht nachlassen, um den allbarmherzigen Gott gnädig zu stimmen“, empfiehlt er seinen Gläubigen: „Ich rufe jeden Gläubigen der deutschen Diözese auf, beharrlich morgens und abends die festgelegten Abend- und Morgengebete zu verrichten.“ Dann werde Gott von einer weiteren Bestrafung absehen, ist er überzeugt.

In der deutschen Innenpolitik sorgen die Aussagen von Metropolit Mark für heftige Irritationen. „Wir haben genug Verschwörungstheoretiker, die in der Krise an unserem Demokratiesystem sägen. Wir brauchen nicht auch noch Kirchenmänner, die Hass verbreiten“, macht Sergey Lagodinsky, russisstämmiger Europaabgeordneter der Grünen, gegenüber der taz klar.

Stefan Ruppert, Bundestagsabgeordneter der FDP, ergänzt: „Das Coronavirus als göttliche Heimsuchung in Reaktion auf eine freie Gesellschaft zu interpretieren ist irrig. Das ist geeignet, Menschen zu verängstigen und nicht Teil einer Lösung.“ Und Lars Castellucci, der religionspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, ätzt: „Der Mann hat sich im Datum geirrt. Es handelt sich sicherlich um ein Schreiben aus dem Jahr 1020.“



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