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Queere Geflüchtete im Fokus des Auswanderermuseums

Ab 10. Juni zeigt das Hamburger Auswanderermuseum BallinStadt die Sonderausstellung "Fluchtursache: Liebe". Schirmherrin ist Dragqueen Olivia Jones, die sich eigens als "Lady Liberty" eingekleidet hat.

Die Gründe von Flucht und Auswanderung können vielfältig sein. Einer davon ist Homosexualität. Das Hamburger Auswanderermuseum BallinStadt widmet sich vom 10. Juni an mit der Sonderausstellung "Fluchtursache: Liebe" diesem Thema. Schirmherrin ist die Hamburger Dragqueen Olivia Jones.

Das Thema liege ihr sehr am Herzen, sagte Jones der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Weil ich natürlich auch Diskriminierung und Gewalt erfahren habe. Aber auf der anderen Seite sehr froh bin, dass ich in Deutschland leben kann, wo die Rechte, die wir über Jahrzehnte erkämpft haben, auch wirklich anerkannt sind."

Es sei völlig verrückt, dass es noch immer Länder gebe, in denen Schwule verfolgt, bedroht, gefoltert und mit dem Tode bedroht würden. "Und deshalb ist es wichtig, dass wir weiterhin auch darauf aufmerksam machen und dass Ausstellungen wie diese dafür sorgen, dass man ein bisschen offener und toleranter wird."

"Ein- und Auswanderung ist nichts Schlimmes"

Die Sonderausstellung wirft auf etwa 320 Quadratmetern einen Blick in die Länder, die Homosexualität noch mit dem Tod bestrafen. "Wir erzählen acht Geschichten von Geflüchteten und ordnen ihre Schicksale in das große Ganze, in die Länder und die Rechtsordnung dort ein", sagte BallinStadt-Geschäftsführer Volker Reimers. Die Flüchtlinge kommen unter anderem aus Ruanda, Pakistan, Kuwait und Sierra Leone, leben derzeit in Deutschland und warten auf die Entscheidung über ihren Asylantrag.

Trotz des teils enormen Leidenswegs gebe es oft positive Aspekte, sagte Reimers. Die wichtigste Botschaft der Ausstellung – wie auch des gesamten Museums – soll deshalb sein: "Ein- und Auswanderung ist nichts Schlimmes. Es gibt sie, seit es Menschen gibt."

Olivia Jones als Freiheitsstatue

Bis Ende Oktober soll die Ausstellung Teil des 2.500 Quadratmeter großen Auswandererhauses bleiben – und zudem als wandernde Ausstellung Teil des Bildungsprojekts "Olivia macht Schule" werden. "Auch für Kinder ist es sehr, sehr wichtig. An Respekt, Toleranz und Vielfalt kann man sie nicht früh genug heranführen. Da ist eine ganze Menge zu tun. Wir haben zwar viel erreicht, aber der Kampf geht sicherlich noch ein bisschen weiter", sagte Jones.

Das Motiv zur Ausstellung ist übrigens Dragqueen Olivia Jones als Freiheitsstatue. Jones: "Die Statue ist weltweit Symbol für Freiheit. Als ich gelesen habe, dass für Lady Liberty wahrscheinlich ein Mann Modell gestanden hat, war mir klar: Das ist das passende Motiv für eine wirklich freie und offene Gesellschaft und diese Ausstellung."

Das Auswanderermuseum wurde 2007 an dem Ort errichtet, an dem der Hapag-Reeder Albert Ballin 1901 die ersten Auswandererhallen errichten ließ. In drei originalgetreu wieder aufgebauten Gebäuden können die Besucher die Migrationsgeschichte der Menschen vom 16. Jahrhundert bis heute erleben – viele Perspektivwechsel inklusive. Mehr als 1,3 Millionen Menschen haben das Museum nach eigenen Angaben zufolge bereits besucht. (cw/dpa)


Links zum Thema:

» Mehr Infos zur Ausstellung sowie Tickets auf der Homepage des Museums



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