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Berichte

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Polen: IKEA entlässt homophoben Mitarbeiter und wird dafür verklagt

In Polen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen eine Personalmanagerin von IKEA erhoben, die einen homophoben Mitarbeiter entlassen hat. Ihr wird vorgeworfen, die Religionsfreiheit des Mitarbeiters verletzt zu haben. Hierfür sieht der Gesetzgeber Strafen von bis zu zwei Jahren Gefängnis vor.

IKEA engagierte sich für Diversity 

Die Kontroverse geht auf den vergangenen Juni zurück, als das schwedische Möbel- und Haushaltswarengeschäft beschloss, sich anlässlich des IDAHOBIT mit der öffentlichen Debatte über LGBTIQ*-Rechte in Polen zu befassen. Aus Solidarität mit homo- und bisexuellen Menschen im Unternehmen verfasste IKEA ein Diversity-Schreiben, in dem dazu angehalten wird, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten am Arbeitsplatz gleich zu behandeln.

Der katholische Mitarbeiter Tomasz K. konnte es offensichtlich nur schwer ertragen, dass sich sein Arbeitgeber so sehr für die queere Community einsetzt. Im firmeneigenen Intranet schrieb er, „Homosexualität und andere Abweichungen zu akzeptieren und dafür zu werben“ sei skandalös.

„Solche Leute verdienen den Tod“

Verweise auf Bibelstellen sollten seine Einwände untermauern. Aus dem Alten Testament zitierte er, „solche Leute“ hätten eine „Blutschuld“ auf sich geladen und würden „den Tod verdienen“. Als „Warnung vor der Verführung“ fügte Tomasz K. auch noch einen Bibelvers aus dem Matthäus-Evangelium an, wonach es für einen „bestimmten Schlag von Menschen“ besser sei, „daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft werde im Meer, da es am tiefsten ist“.

IKEA erklärte, man respektiere zwar die Meinungsfreiheit, könne es aber nicht hinnehmen, wenn jemand andere Menschen herabsetze, und forderte Tomasz K. auf, die Aussagen zu löschen. Als er sich weigerte, wurde er fristlos entlassen. 

Rechtspopulistische Parteien und Kirche sehen das Recht auf Religionsausübung verletzt 

Die rechtspopulistische PiS-Regierung und die katholische Kirche werfen dem schwedischen Konzern jetzt vor, Vorurteile gegen Christen zu haben. Justizminister Zbigniew Ziobro sagte, es sei skandalös, dass ausländische Unternehmen in Polen diejenigen diskriminieren, die ihre Werte nicht teilen.

In der Folge beschloss die Staatsanwaltschaft des Bezirks Warschau-Praga, Anklage gegen die Leiterin der Personalabteilung von IKEA Polen zu erheben – wegen Einschränkung der Arbeitnehmerrechte aus religiösen Gründen. Mit der Kündigung hätte sie das „Recht auf freie Religionsausübung“ des Mitarbeiters verletzt. Der Angeklagten droht eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. 

IKEA will Angeklagte Mitarbeiterin unterstützen  

Eine Sprecherin der Ingka Group – zu der die meisten IKEA-Filialen gehören, so auch die in Polen – kündigte gegenüber Reuters an, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten, um zu versuchen, die Angelegenheit unverzüglich zu lösen, stellte aber klar:

„Als Arbeitgeber werden wir unseren angeklagten Mitarbeitern alle Hilfe und Unterstützung bieten.“


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