Polen Erzbischof wettert gegen "stinkende Sünde" der Homo- und Transsexualität - MenConnect

© Erzbischof Tadeusz Wojda bei einer früheren Messe

03 Apr 2020 Berichte

Share to facebook Share to twitter Share to MenConnect Share to pinterest Share to vk

Polen Erzbischof wettert gegen "stinkende Sünde" der Homo- und Transsexualität

Bei einer Predigt meinte der Erzbischof von Bialystok, ein Leben ohne Gott lasse einen nach Sünde riechen.

Polnische LGBTI-Aktivisten beklagen erneut eine Hasspredigt: Am Sonntag nutzte der Erzbischof von Bialystok, Tadeusz Wojda, eine Messe in der heimischen Kathedrale, um sich über vermeintliche Sünden auszulassen.

"Auch wir stinken", sagte der 63-Jährige laut einem Videomitschnitt. "Wir stinken nach Sünde. Wenn kein Leben Gottes in uns ist, riechen wir nach Sünde. Wir stinken nach der Sünde des Ungehorsams, des unmoralischen Lebens, des ständigen Streitens." Und: "Wir stinken nach der Sünde der Pädophilie. Wir stinken nach der Sünde der Homosexualität. Wir stinken nach der Sünde von LGBT." 

Die Predigt ist nicht das erste Mal, dass der von Papst Franziskus ernannte Erzbischof, der zuvor bei der Kongregation für die Evangelisierung der Völker arbeitete, gegen Homo- und Transsexuelle austeilt. Im letzten Jahr hatte er die Gläubigen seines Bistums in einem Hirtenbrief zum Widerstand gegen den damals bevorstehenden ersten CSD in Bialystok aufgerufen. 

Bischofs-Hetze vor CSD schürte Gewalt und Ausgrenzung 

Zu dem "Marsch für Gleichberechtigung" müsse man "ein klares Nein" sagen, so Wojda im letzten Juli. "Wir können nicht zulassen, dass die heiligen Werte verspottet und unsere religiösen Gefühle ungestraft beleidigt werden." Entsprechende Veranstaltungen in anderen Städten hätten bereits gezeigt, wie Teilnehmer "mit ihrer unanständigen Haltung und Kleidung" anderen "im öffentlichen Raum, insbesondere Kindern und Jugendlichen, ein ekelhaftes Beispiel geben". Der erste CSD in der 300.000-Einwohner-Stadt im Nordosten des Landes war wenige Tage später von schweren Ausschreitungen überschattet worden.


Die rund 800 Teilnehmer und auch sie schützende Polizisten wurden von hunderten Hooligans bei dem selbst friedlichen Umzug gestört und mit Steinen, Knallkörpern, faulen Eiern und Flaschen beworfen. Katholische und nationalistische Gruppen hatten zudem rund 40 Gegenkundgebungen abgehalten; vor der Kathedrale beteten hunderte Menschen gegen die "Sünde der Sodomie" und standen Infostände und Plakatwände von homofeindlichen Gruppen wie der irreführend benannten Organisation "Stoppt Pädophilie".
"Erzbischof Wojda hat sich nie für seinen Beitrag zur Entwicklung dieser dramatischen Ereignisse entschuldigt, und wie Sie sehen können, betreibt er weiter sehr effektiv Hassreden", kommentierte der Aktivist Pawel Krupinski, der den Videomitschnitt der neuesten Predigt veröffentlicht hatte, gegenüber queer.pl.

Polnische Bischöfe hatten im letzten Jahr die Stimmungsmache der Regierung und ihr nahestehender Medien gegen Homo- und Transsexuelle, die unter anderem zu mehrfacher Gewalt gegen queere Veranstaltungen und politisch zur Schaffung von "LGBTI-freien Zonen" führte, kräftig unterstützt. So hatte der Krakauer Erzbischof vor einer "Regenbogenpest" gewarnt, die Polen wie einst der Nationalsozialismus oder der Kommunismus bedrohe. Die Bischofskonferenz stellte sich öffentlich gegen LGBTI-Rechte

Werde Teil der Community von MenConnect!

Already connected with men´s? MenConnect, das Social Network für dich - dein must have! Werde ein Teil unserer Community und finde neue Freunde - Männer & Jungs!

Erforschen

Wie findest du diesen Beitrag?


© queer.de