Klinik feuert homo- und transphoben Herzchirurgen - MenConnect

© Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe

13 May 2020 Berichte

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Klinik feuert homo- und transphoben Herzchirurgen

Zwei Wochen nach einem LGBTI-feindlichen Ausfall setzt die Helios-Klinik in Karlsruhe einen türkischstämmigen Facharzt vor die Tür.

Das ging ja schnell: Ein Oberarzt der Karlsruher Helios-Klinik wurde nach einem Hass-Ausbruch gegen Homo- und Transsexuelle gefeuert. Das berichten die "Badischen Neuesten Nachrichten" (BNN) unter Berufung auf Klinikgeschäftsführer David Assmann am Mittwoch. Der Arzt war seit über 20 Jahren als Herzchirurg an der Karlsruher Klinik tätig.

Anlass war ein – inzwischen gelöschter – Tweet des Chirurgen vom 27. April, in dem er in türkischer Sprache erklärte: "Als Arzt möchte ich feststellen, dass Homosexualität und Transsexualität Krankheiten sind" (Menconnect berichtete). Das Krankenhaus reagierte prompt und beurlaubte den Arzt einen Tag später. Dazu bekräftigte die Klinikleitung, dass "Diversität und Inklusion" sehr wichtig seien.


Geschäftsführer "erschüttert" über Äußerungen 

"Nach eingehender Prüfung und auch nach mehreren Gesprächen mit dem Arzt haben wir uns entschlossen, die Zusammenarbeit ab sofort zu beenden", so Assmann gegenüber BNN. Man bedaure den Vorfall und habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Der Manager ergänzte: "Die fraglichen Äußerungen des Mitarbeiters haben uns erschüttert. Sie stimmen in keiner Weise mit unseren Handlungsgrundsätzen, unseren Ansichten und mit dem 'Geist', der in unserem Unternehmen herrscht, überein." 

Insbesondere sei der "klare medizinische Kontext" des Tweets "sehr irritierend" gewesen. Assmann versicherte, dass die Klinik allen Patient*innen "selbstverständlich offen und vorurteilsfrei" begegne. "Unterschiedlichkeit und Vielseitigkeit machen uns als Team aus und sind ein wichtiger Teil unseres Erfolges." 

Klinik-Personal wirbt für Vielfalt 

Kolleg*innen des LGBTI-feindlichen Arztes war der Eintrag so peinlich, dass sie bereits eine Woche nach dem Vorfall spontan die Fotoaktion "Wir stehen für Vielfalt" gestartet haben. Auf Facebook zeigen sie seit Anfang Mai Gesicht und versichern: "Bei uns kann sich jeder – ob Mitarbeiter oder Patient – unabhängig von seiner Hautfarbe, religiösen Ansicht oder sexuellen Orientierung wohl fühlen. Dafür stehen wir als Mitarbeiter der Klinik für Herzchirurgie."

Laut dem BNN-bericht prüfe die Staatsanwaltschaft Karlsruhe derzeit, ob ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung und Beleidigung gegen den Chrirurgen eingeleitet werden solle. Außerdem könnte er vor dem Berufsgericht der Ärztekammer landen.

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