Klagen gegen transphobe Gesetze in Idaho - MenConnect

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20 Apr 2020 Berichte

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Klagen gegen transphobe Gesetze in Idaho

Mitten in der Corona-Pandemie holte der Gouverneur Idahos zu einem Doppelschlag gegen trans Menschen aus. Diese sollten künftig ihr bei Geburt eingetragenes Geschlecht nicht mehr ändern dürfen. Ausserdem wären trans Frauen nicht mehr für den High-School-Sport zugelassen. Verschiedene Organisationen haben nun gegen die Gesetze Klage erhoben.

Mitten in der Corona-Krise unterzeichnete Idahos Gouverneur Brad Little Ende letzten Monats zwei transphobe Gesetze. Der Republikaner will es trans Menschen verunmöglichen, ihr bei Geburt festgelegtes Geschlecht zu ändern. Ausserdem sollen junge trans Frauen nicht mehr beim High-School-Sport teilnehmen.

Gerichtsurteil ignoriert

Das Verbot der Änderung der Geburtsurkunde ist eine Trotzreaktion auf ein Gerichtsurteil von 2018. Damals beschloss nämlich eine Richterin, dass dieses Gesetz verfassungswidrig sei. Einigen Menschen sei es erlaubt, die Geburtsurkunde zu ändern. Trans Menschen dies zu verbieten, habe keinen anderen Zweck, als ihnen zu Schaden, da sie durch das Dokument geoutet werden könnten.

Gouverneur Brad Little musste von Anfang an gewusst haben, dass es wieder zu einer Klage kommen wird und erhofft sich wohl dieses Mal mehr Glück. Wie schon 2018 nahm sich nun die Bürgerrechtsorganisation «Lambda Legal» der Sache an. «Es ist schockierend, dass die Gesetzgeber so unverschämt gesetzwidrig sind und einem Gerichtsurteil trotzen», sagte ein Sprecher der Organisation in einer Mittteilung.

Eingriff in die Privatsphäre

Die Nonprofitorganisation ACLU gehört zu den Klägerparteien, die das zweite transphobe Gesetz bekämpfen. Gemäss diesem sollen trans Schülerinnen nicht mehr am High-School-Sport teilnehmen. Aber das Gesetz geht noch weiter: Eltern und Schüler*innen dürfen das Geschlecht der Teilnehmenden in Frage stellen und diverse Tests verlangen. Ein signifikanter Eingriff in die Privatsphäre. Wie ACLU schreibt, haben bereits dutzende Staaten ein solches Gesetzt angekündigt. Idaho ist jedoch der erste, der eines verabschiedet hat.

ACLU teilt mit, dass genau solche Diskriminierungen dafür verantwortlich seien, dass trans Frauen im Gegensatz zu anderen Bevölkerungsgruppen häufiger Opfer von Gewalt seien und häufiger Suizidversuche unternehmen. «Trans student athletes are student athletes. Period», schliesst ACLU die Mitteilung zur Klage.

Teure Verteidigung

Idaho lässt sich seine Transphobie einiges kosten. Wie der Idaho Statesman berichtet, könnte der Prozess Kosten von etwa einer Million Dollar verursachen. Für das Verteidigen der transphoben Gesetze kommen natürlich die Steuerzahler*innen des Bundesstaates auf.

Anfang Monat ging Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán mit einem ähnlichen Gesetz gegen trans Menschen vor (Menconnect berichtete). Wie in Idaho soll das bei Geburt bestimmte Geschlecht nicht geändert werden. Die Bestimmung des Geschlechts richtet sich dabei nach «primären geschlechtlichen Merkmalen und den Chromosomen».


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