Junge Union macht Intersexuellen-Toiletten für "eklige" Schulklos verantwortlich - MenConnect

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07 May 2020 Berichte

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Junge Union macht Intersexuellen-Toiletten für "eklige" Schulklos verantwortlich

Der CDU-Nachwuchs lacht offenbar über die gleichen Toiletten-"Witze" wie die scheidende Bundesvorsitzende.

Die Junge Union Rheinland-Pfalz sieht offenbar Intersexuelle als Grund dafür, dass die Schultoiletten im Land in einem schlechten Zustand sind. Auf Facebook verbreitete die CDU-Jugendorganisation am Mittwochvormittag ein Bild, das eine Person in Astronautenverkleidung auf einer heruntergekommenen Toilette zeigt und der Aufschrift: "Lieber genug Geld für Schultoiletten statt Toiletten für das dritte Geschlecht." 

Dazu erklärte die Junge Union: "Damit der Besuch unserer Schulklos nicht mehr weiter zur Ekel-Prüfung wird. Auch warmes Wasser zum Händewaschen wäre dort mal angebracht." Was diese "Ekel-Prüfung" mit dem "dritten Geschlecht" zu tun hat, wurde in dem Facebook-Eintrag nicht verraten. 

Die abwertende Haltung der Jungen Union gegenüber den geschätzt 100.000 bis 200.000 intersexuellen Menschen in Deutschland erinnert an den Faschingsauftritt der scheidenden CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer im letzten Jahr, bei dem sich die Saarländerin über Inter-Toiletten lustig gemacht hatte. Damals sprach sie abwertend von einer "Latte-Macchiato-Fraktion", die die Toiletten für das dritte Geschlecht" einführe. Diese Toiletten seien gedacht "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen."

Die Junge Union Rheinland-Pfalz sieht offenbar Intersexuelle als Grund dafür, dass die Schultoiletten im Land in einem schlechten Zustand sind. Auf Facebook verbreitete die CDU-Jugendorganisation am Mittwochvormittag ein Bild, das eine Person in Astronautenverkleidung auf einer heruntergekommenen Toilette zeigt und der Aufschrift: "Lieber genug Geld für Schultoiletten statt Toiletten für das dritte Geschlecht." 

Dazu erklärte die Junge Union: "Damit der Besuch unserer Schulklos nicht mehr weiter zur Ekel-Prüfung wird. Auch warmes Wasser zum Händewaschen wäre dort mal angebracht." Was diese "Ekel-Prüfung" mit dem "dritten Geschlecht" zu tun hat, wurde in dem Facebook-Eintrag nicht verraten. 

Die abwertende Haltung der Jungen Union gegenüber den geschätzt 100.000 bis 200.000 intersexuellen Menschen in Deutschland erinnert an den Faschingsauftritt der scheidenden CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer im letzten Jahr, bei dem sich die Saarländerin über Inter-Toiletten lustig gemacht hatte. Damals sprach sie abwertend von einer "Latte-Macchiato-Fraktion", die die Toiletten für das dritte Geschlecht" einführe (queer.de berichtete). Diese Toiletten seien gedacht "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen." 

Innerparteiliche Kritik 

Einigen Christdemokraten ging der gegen Intersexuelle gerichtete Facebook-Eintrag der Jungen Union offenbar zu weit: "Ich finde es generell schwierig zwei solche Themen gegeneinander auszuspielen", schrieb eine Nutzerin des sozialen Netzwerks, die sich als langjähriges CDU-Mitglied identifizierte. Ein CDU-Ortsvorsitzender aus Nordrhein-Westfalen ergänzte: "Billigen Populismus hätte ich von der JU so nicht erwartet." 

Der hessische Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) zeigte sich in der Kommentarspalte entsetzt über die Parteifreunde: "Warum müsst Ihr eine sinnvolle Forderung (nach Investitionen in die sanitären Anlagen) mit einer Polemik gegen Minderheiten verknüpfen – völlig ohne Not und rein aus politischem Kalkül. Dafür solltet Ihr Euch schämen." Diese Kritik wurde unter anderem von der LSU Nordrhein-Westfalen mit einem "Gefällt mir" versehen. 

Unverständnis äußerte auch die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld: "Es ist nicht nur völlig daneben, sondern eine Diskriminierung und ein gegeneinander Ausspielen Schüler_innen/Trans* und Intersexuelle", schrieb der geschäftsführende Vorstand Jörg Litwinschuh-Barthel auf Twitter. "Schämt Euch Junge Union Deutschlands."

Nicht die erste Entgleisung der Jungen Union

Allerdings gehört das Lustigmachen über Intersexualität bei der Jungen Union offenbar bereits zum guten Ton: Letztes Jahr polterte der neue JU-Chef Tilman Kuban bei einem Treffen gegen "Schultoiletten für das 3. bis 312. Geschlecht"

Selbst die pure Existenz von Intersexuellen wird in der CDU in Frage gestellt: Anfang dieses Jahres erklärte der sächsische Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß, dass es ein drittes oder noch mehr Geschlechter "nicht im realen Leben" gebe.


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