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Berichte

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Historischer Richterspruch Oscar Wilde vor 125 Jahren wegen Homosexualität verurteilt

Die Haft des irischen Schriftstellers kam einem Todesurteil gleich: Oscar Wilde erholte sich nie mehr von der Zwangsarbeit, die er hinter Gittern leisten musste.

Am 25. Mai 1895, vor genau 125 Jahren, ist Oscar Wilde ("Das Bildnis des Dorian Gray") im auch heute noch genutzten Strafgerichtsgebäude Old Bailey in London wegen "Sodomy" (Unzucht) zu zwei Jahren Haft mit harter Zwangsarbeit verurteilt worden. Der Richter hätte den irischen Schriftsteller damals am liebsten noch härter bestraft. Die maximal erlaubte Strafe sei "völlig unzureichend für einen Fall wie diesen", zürnte der wegen der Homosexualität des Angeklagten angewiderte "Mister Justice". Er bezeichnete die Causa Wilde als "schlimmsten Fall, den ich je vor mir hatte".

Ausschlaggebend für die Verurteilung war nicht direkt sein Verhältnis zu Lord Douglas (Bosie), das etwa im Film "Oscar Wilde" mit Stephen Fry und Jude Law aus dem Jahr 1997 dargestellt wurde. Vielmehr wurde ihm sein allzu offener Umgang mit männlichen Prostituierten zum Verhängnis, von denen einige als Zeugen gehört worden waren.


Die damals in England üblichen barbarischen Haftbedingungen und die Zwangsarbeit waren trotz der vom Richter beklagten Milde genug für Wilde: Nach seiner Freilassung 1897 war er gezeichnet und siedelte nach Paris um – dort starb er nach drei Jahren völlig verarmt an den Spätfolgen der Haft mit gerade einmal 46 Jahren. Oscar Wilde ist – neben dem gefallenen Kriegshelden Alan Turing – wohl das bekannteste schwule Opfer der britischen Justiz. Der Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker galt schon zu Lebzeiten als einer der bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Schriftsteller im damals viktorianischen Königreich.


Das Gesetz, nach dem Wilde verurteilt wurde, war praktisch seit 1533 in Kraft, sah bis 1861 auch die Todesstrafe vor und ist bis heute Grundlage anti-homosexueller Paragrafen in einigen ehemaligen Kolonien. Auch auf den britischen Inseln sind Schwule länger verfolgt worden als in den meisten anderen europäischen Ländern: In England und Wales wurde männliche Homosexualität 1967 legalisiert, in Schottland 1981, in Nordirland 1982 und in der Republik Irland 1993. Inzwischen gelten sowohl das Vereinigte Königreich als auch Irland als äußerst fortschrittlich bei LGBTI-Rechten – alle Landesteile haben etwa die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Letzte Bastion der Ehe-Gegner war Nordirland. Dort dürfen gleichgeschlechtliche Paare aber seit Februar 2020 auch heiraten . (dk)


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