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Coming-Out

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Miguel Pablo

Der 21-jährige Youtuber und Rapper Miguel Pablo aus Paderborn hat in einem am Montag veröffentlichten Video erklärt, dass er nicht schwul sei und sich für sein Coming-out am 4. Dezember 2019 entschuldigt. Als Gründe für seine Lüge führte er im Video mit dem Titel "Mein Outing war fake" an, dass der Schritt als "Experiment" geplant gewesen sei. Außerdem habe er finanzielle Schwierigkeiten gehabt und ein klickträchtiges Video gebraucht.

https://youtu.be/gY3O1vO1Kks

"Wir haben die Leute angelogen – zu lange", sagte er jetzt. Sein Coming-out-Video aus dem Dezember war bereits mehr als 1,4 Millionen Mal angesehen worden, das neue Video hat nach einem halben Tag bereits rund 220.000 Aufrufe.

Ursprünglich sei geplant gewesen, die Aktion "ein paar Tage danach" aufzulösen und über die Reaktion zu berichten. Er sei aber schockiert gewesen über den Hass und die Beleidigungen, die ihm entgegengeschlagen hätten. "Es gab leider viel zu viele, die gesagt haben: Bäh, schwul. Ich kuck dich nicht mehr." 

"Ich hab 2019 nichts verdient" 

Neben dem Experiment-Gedanken benannte der 21-Jährige gegen Ende des Videos einen weiteren Grund: "Ich hab 2019 nichts verdient, weil ich keine Videos machen konnte. Ich war psychisch krank. Ich war in der Psychiatrie und dann irgendwann denkt man sich: Mein Konto ist leer, ich brauche Geld. Wir brauchen Klicks, wir brauchen Relevanz, um Geld zu verdienen. Ich hatte gar kein Geld mehr. Ich hab nicht mal ein paar hundert Euro im Monat verdient." Er klagte dann, dass seine Videos wegen "Copyright-Claims" auch "entmonetarisiert" worden seien, also er kein Geld mehr durch Youtube-Werbung verdient habe. 

Miguel Pablo kündigte an, das "Experiment" noch zu einer Dokumentation zusammenschneiden zu wollen und diese zu veröffentlichen. Damit sollten seine Beweggründe besser nachvollziehen können. 

Das "Coming-out" hatte Anfang Dezember viele positive Berichte in deutschen Medien ausgelöst ("YouTuber geht einen mutigen Schritt"). Kritik kam allerdings daran, dass der angeblich schwule Youtuber einige Monate vor seinem "Coming-out" das Schimpfwort "Schwuchtel" in einem Disstrack gegen einen anderen Rapper verwendet hatte. In sozialen Medien wurde er freilich auch stark angefeindet ("Gott möge dich bestrafen. Schäm dich"), was ebenfalls für Presseberichte sorgte. 

"Sorry, aber Aufklärungsarbeit kann ganz anders aussehen" 

Das neue Video wurde sehr negativ aufgenommen: 7.000 Menschen klickten bislang das "Daumen hoch"-Symbol, aber rund 57.000 zeigten mit dem Daumen nach unten. In den Kommentaren meldete sich unter anderem das schwule Serien-Projekt "Kuntergrau" mit den Worten: "Sorry, aber Aufklärungsarbeit kann ganz anders aussehen. Unser Team arbeitet seit 5 Jahren komplett ehrenamtlich und ohne kommerzielle Auswertung sehr hart dafür, dass Jugendliche auf der ganzen Welt sehen, wie normal Homosexualität sein kann."


MenConnect berichtete zu diesem Artikel: https://www.menconnect.at/magazin/artikel/item/355




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