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Berichte

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„Marzahn Pride“: Eine Parade, wie es sie auch in Russland geben sollte

Der Berliner Bezirk Hellersdorf-Mahrzahn gilt als das russischste Viertel Berlins: Mehr als zwölf Prozent der Bewohner sind russischsprachig – und haben aus ihrer Heimat oft Vorurteile und Hass gegen sexuelle Minderheiten mitgenommen. Um das zu ändern, hat es am Samstag in diesem Stadtteil den ersten „Mahrzahn Pride“ gegeben – mit gut 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Mehr als zwölf Prozent der Marzahner Bevölkerung haben russische Wurzeln – und auch ihre Homophobie aus der Heimat mitgenommenMehr als zwölf Prozent der Marzahner Bevölkerung haben russische Wurzeln – und auch ihre Homophobie aus der Heimat mitgenommen

Die Aktivistinnen und Aktivisten von Quarteera haben die Veranstaltung ins Leben gerufen. Quarteera ist ein deutschlandweit agierender Verein, der die russischstämmige LGBTI-Community in Berlin miteinander vernetzt. In Mahrzahn seien sexuelle Minderheiten „immer wieder großer Ablehnung“ ausgesetzt, erklärt Quarteera-Sprecherin Victoria Plekhanova der Bild-Zeitung.

Ihre Homophobie bringen die Einwanderer dabei aus der Heimat mit. Die meisten wüssten dabei gar nicht, „warum sie uns hassen. Es ist einfach erlernt“, so Plekhanova: „Viele leben zwar schon lange in Deutschland, sind aber mit der Seele russisch und stehen auch politisch dem russischen Regime nahe – da passt ein nicht-heterosexuelles Paar einfach nicht ins Weltbild.“ Deshalb hat die Quarteera-Crew am Samstag in Mahrzahn für Vielfalt und Akzeptanz geworben.

Etwa 500 Teilnehmer feierten und zogen durch die Straßen von Marzahn

Und der erste Pride in dem Bezirk im Osten Berlins wurde ein Erfolg: Den Veranstaltern zufolge trafen sich rund 500 Menschen in der Raoul-Wallenberg-Straße, um am ersten „Marzahn Pride“ teilzunehmen und friedlich für die Rechte sexueller Minderheiten zu demonstrieren, wie der rbb berichtet. Es gab keine Zwischenfälle. Möglich wurde der „Marzahn Pride“ auch dadurch, dass der große CSD aufgrund der Corona-Krise abgesagt wurde. Der Verein sieht die geänderte Situation als Chance, „einen langen Traum zu verwirklichen und eine CSD-Demo in Marzahn zu organisieren“.

Unterstützung für den „Mahrzahn Pride“ kam im Vorfeld aus der Politik. Die Veranstaltung führe „Menschen zusammen, die gemeinsam für Freiheit und Gleichberechtigung demonstrieren und so ihren russischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und allen in unserer Gesellschaft zeigen, dass Vorurteile und Diskriminierungen fehl am Platz sind“, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von der SPD: „Zugleich lenkt die Marzahn Pride Aufmerksamkeit auf jene LGBT-Menschen, die in russischsprachigen Ländern bis heute nicht frei leben können.“

Und auch Petra Pau von den Linken, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und direkt gewähle Bundestagsabgeordnete für Marzahn-Hellersdorf, unterstützt den „ganz besonderen CSD“ in ihrem Bezirk. „Ich denke, hier im Bezirk, genau wie in Berlin und anderswo, geht es darum, mit viel Engagement für die Demokratie und die Menschenwürde eines jeden Menschen einzutreten“, sagte sie.

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