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15 Jan 2020 Berichte

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Krätze: Zahl der Fälle hat sich in einem Jahr fast verdoppelt

Fast 2.000 Mal wurde im Jahr 2018 in Wien ein Scabies-Befall – also Krätze – festgestellt. Das ist fast doppelt so oft wie im Jahr zuvor. Denn die Milben, die es sich in den obersten Hautschichten ihres Wirtes gemütlich machen, werden gegen die herkömmlichen Therapien resistenter.

Keine Frage von Hygiene – fünf Minuten Hautkontakt reichen 

Für eine Ansteckung mit Scabies reichen fünf Minuten Hautkontakt – dann hat sich die Milbe ihren neuen Wirt. Meistens wird die Krätze im engsten Kreis weitergegeben, oft auch beim Sex. Das macht schwule und bisexuelle Männer mit oft wechselnden Partnern zu einem einfachen Ziel für die Krätzmilbe.

Diese sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Die weiblichen Milben legen nachts ihre Eier unter der Haut ab. Nach zehn Tage sind die Eier dann zu geschlechtsreifen Milben herangewachsen und graben sich unter der Haut durch. Bemerkt wird ein Befall meistens zunächst durch Juckreiz an dünnen Hautstellen wie den Hand- oder Zehenzwischenräumen, in der Genital- und Analgegend, der Achselhöhle oder rund um die Brustwarzen. 

Der Juckreiz nimmt oft in der Nacht zu, erklärt Alessandra Handisurya, Leiterin der dermatologischen Ambulanz am AKH, dem ORF Wien. Mit mangelnder Hygiene habe der Befall aber nichts zu tun, betonen Mediziner. 

In den letzten Jahren wurde die Krätzmilbe resistenter gegen Medikamente 

Dass die Krätze in Wien immer häufiger festgestellt wird, hat mehrere Gründe. So diagnostizieren einige Ärzte den Befall noch immer falsch, weil sie glauben, dass es die Krätze in unseren Breiten nicht mehr gibt. Und die Milben wurden in den letzten Jahren immer resistenter gegen die Salben, die normalerweise gegen den Befall eingesetzt werden.

Im AKH setzt man deshalb auf eine Kombinationstherapie aus Medikamenten und Salben. Dabei hoffen die Mediziner, dass jede einzelne Substanz die Nachteile der anderen Substanz jeweils aufhebt, so Handisurya. 

Zusätzlich sollte man Kleidung und Bettwäsche täglich wechseln und auskochen. Im besten Fall ist man innerhalb von drei Wochen wieder milbenfrei – und kann die ungebetenen Gäste dann auch nicht mehr weitergeben.

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