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01 Oct 2019 Berichte

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Rechtsextreme stürmen LGBT-Event in Budapest – und die Polizei schaut zu

In Budapest ist letzte Woche die ein queerer Filmabend von rechtsextremen Aktivisten gestürmt worden. Die herbeigerufene Polizei hat dabei nur zugesehen. Es ist nicht die erste Störung einer LGBT-Veranstaltung in Ungarn in den letzten Monaten.

Die Rechtsextremen stürmten eine Filmvorführung 

Der Vorfall ereignete sich am 26. September, dem letzten Donnerstag: Im Auróra Community-Zentrum sollte ein Film der Lesben-Organisation Labrisz über homophobes Mobbing gezeigt werden. Doch plötzlich störten mehr als zehn Mitglieder der rechtsextremen Bewegung „ Hunnia“ von György Budaházy die Veranstaltung.

Sie „stürmten gewaltsam in den Vorführraum“, so die Aktivisten der Budapest Pride in einer Aussendung. Dabei hatten die Rechtsextremen Banner, auf denen unter anderem „Stop LGBT-Propaganda“ und „Zero Toleranz“ stand – eine Anspielung auf eine Werbeaktion von Coca-Cola mit gleichgeschlechtlichen Paaren. 

Die Polizei kam mit Verspätung, um nichts gegen die Neo-Nazis zu tun 

Die herbeigerufene Polizei war nach 20 Minuten am Ort des Geschehens, griff aber nicht ein. „Sie haben nichts getan, um die Neo-Nazis zu stoppen, und standen einfach ruhig daneben und haben zugesehen“, ist Viktória Radvány von der Budapest Pride noch immer fassungslos.

Radvány erinnert sich, dass die Beamten nichts unternahmen, während die Rechtsradikalen die Besucher der Filmveranstaltung beleidigten. Allerdings schritten sie sofort ein, als einer der Besucher sein Joghurt auf eines der Banner der Rechtsradikalen schüttete. 

„Die Polizei wählt aus, wem sie hilft und wem nicht“ 

Für das ungarische Helsinki-Komitee, eine Menschenrechts-NGO, ist dieses Verhalten ein Grund, eine offizielle Beschwerde über die Budapester Polizei einzureichen. „Die Polizei wählt willkürlich aus, wem sie hilft und wem nicht“, so die Menschenrechts-Aktivisten.

Die LGBT-Aktivisten sind da vorsichtiger: „Wir wollen nicht über die Gründe spekulieren, warum die Polizei es nicht geschafft hat zu handeln, aber es ist kein Zufall, dass die Behörden daran scheitern, wirksame Maßnahmen gegen die Störung eines LGBT-Events zu treffen“, hieß es danach in einer Aussendung von Auróra. 

Seit Juni wurden in Ungarn schon sieben queere Events mutwillig gestört 

Es sei „wichtig, dass wir weiter aufstehen und die LGBTQI+-Organisationen und Besucher, die mit uns arbeiten, schützen – und wir werden das unterbrochene Programm nachholen“, so Auróra weiter. Denn seit der Budapest Pride im Juni ist das bereits die siebente Störung eines LGBT-Events.

Die Organisatoren der Pride machen dafür die Politik des rechtspopulistischen Regierungschefs Viktor Orbán mitverantwortlich. Zuletzt wurden Pläne der Orban-Regierung öffentlich, Schwulen und Lesben die Adoption durch eine Änderung der Verfassung zu verbieten. 

„Wenn die Regierung mit ihrer hassgetriebenen Propaganda weiter macht, wird die Situation noch schlimmer. Die Regierungschefs der Welt müssen Viktor Orbán dafür verantwortlich machen“, fordert das Pride-Team.


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