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25 Aug 2019 Coming-Out

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„Mein Coming-Out“ – die Geschichte von Dario

Ich war gerade mal 13 Jahre jung, als ich merkte, dass ich mich nicht für Mädchen interessierte, sondern für Jungs. Verwirrung. Meine ganzen Vorstellungen veränderten sich. Das Bild eine Frau zu haben, eines Tages vielleicht auch Kinder groß zu ziehen.Ich brauchte meine Zeit es wirklich zu akzeptieren. Doch noch mit 13 schrieb ich meiner Mutter einen Brief. Dieser Brief enthielt mehr Text als eigentlich nötig gewesen wäre.

Drei Worte hätten auch genügt. Meine Mutter meinte anfangs, es sei eine Phase, entschied sich aber zur HOSI (Homosexuellen Initiative) zu gehen, um dort Information zu bekommen. Ich fand es gut, dass sich meine Mutter ohne Aufforderung von selbst informierte. Letztendlich hatte Sie kein Problem damit, dass ich Schwul bin. Dass es eine Phase ist, glaubt sie mittlerweile auch nicht mehr. 

Mit 14 erzählte ich es zwei Jungs aus meiner Klasse, die versprachen es NIEMANDEN weiter zu erzählen. Eine Woche später wusste es aber die ganze Klasse.. Ich bekam keine schlechten Rückmeldungen, im Gegenteil. Alle bewunderten mich für meinen Mut es offen zuzugeben, wenn mich wer danach fragte. Dieser Erfolg stärkte mich innerlich. 

Vor meinem Coming-out hatte ich ein sehr schlechtes Selbstvertrauen. Seit ich in der Schule geoutet war, war ich um einiges selbstbewusster als zuvor. Trotzdem erzählte ich es keinem, als ich die Polytechnische Schule in Tamsweg machte. Das ist so eine Sache mit Lungau. (Im Nachhinein hat es dann jeder über Facebook erfahren) Erst kurz vor meinem 17. Geburtstag erzählte ich es meinem Vater, der sehr sehr entspannt darauf reagierte. Da sieht man: Es gibt auch tolerante “katholische Theologen”. 

Seit diesem Zeitpunkt konnte ich voll und ganz offen leben. Und nein, ich habe meine restlichen Verwandten nicht vergessen. Nachdem ich es meiner Mutter erzählte, sprach sie mit Freunden und Verwandten darüber. Also wurde ich auch in der Familie geoutet. Nur meinen Freundeskreis, den ich mir Großteils mit 15/16 vornahm, musste ich selbst überwältigen. Und ich sag nur, Facebook war mir zu dieser Zeit eine große Hilfe. 

Mit meinem jetzt noch 15 jährigen Freund laufe ich “als offen schwul erkennbar” auf den Straßen Salzburgs herum. Dieser Schritt war am Anfang für mich und meinen Freund etwas befremdend. Und wir hatten auch Angst vor möglichen Reaktion anderer Leute. Negative Reaktionen erlebten wir erst ein Mal. Aber mittlerweile, wenn wir so durch die Straßen gehen, denken wir uns da nichts mehr dabei.


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