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28 Nov 2018 Berichte

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Hass in der katholischen Kirche - Kardinal Müller wirft LGBTI-freundlichem Glaubensbruder Ketzerei vor

Gerhard Ludwig Müller macht seit Jahren Stimmung gegen queere Menschen – und bringt sie etwa mit Kindesmissbrauch in Verbindung

Gerhard Ludwig Kardinal Müller hat homosexuelle Aktivitäten katholischer Priester als "schweren Verstoß" gegen das priesterliche Ethos bezeichnet und LGBTI-freundliche katholische Funktionäre attackiert. Entsprechende Handlungen von Priestern müssten im Kirchenrecht so festgestellt und sanktioniert werden, forderte Müller in der Dienstagsausgabe der "Passauer Neuen Presse". Zu Spekulationen über eine "Homosexuellen-Lobby" im Vatikan sagte er, wenn es sie gibt, müsse ihr Treiben strikt unterbunden werden, weil sie immensen Schaden anrichte.

Dem Frankfurter Hochschulrektor Ansgar Wucherpfennig warf Müller Ketzerei vor. Wucherpfennigs Position zur Homosexualität sei im Kontext der verbindlichen Glaubens- und Sittenlehre der Kirche als "häretisch", also ketzerisch, zu qualifizieren, sagte er der Zeitung. Wegen liberaler Äußerungen zu Homosexualität und Frauen in der Kirche hatte der Vatikan im Oktober Wucherpfennig die Lehrerlaubnis zunächst verweigert. Nach scharfer Kritik bekam der Rektor der Jesuitenschule Sankt Georgen in Frankfurt letztlich doch noch die Unbedenklichkeitserklärung aus Rom

Wucherpfennigs Aussagen lägen "im Mainstream der 'LGBT-Agenda' von sich selbst so nennenden Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern, die ich selbst so nie bezeichnen würde, und findet in einer verweltlichten Kirche ihre Anhänger", sagte Müller. Das Menschenbild der LGBT-Verbände "könnte nur mit Gewalt der ganzen Gesellschaft aufgedrängt werden bei der Zerstörung der Religions- und Gewissensfreiheit. Dem widersprechen wir, auch wenn die Strafe der sozialen Ächtung und wüster medialer Beschimpfung droht".

Müller: Homos sind schuld am katholischen Missbrauchsskandal

Neben Wucherpfennig griff Müller auch den Jesuitenpater Klaus Mertes an, der sich immer wieder für sexuelle Minderheiten in der Kirche stark gemacht hatte. Mertes nahm mehrfach an Debatten um Homosexualität und Religion teil, etwa bei einer Hirschfeld-Lecture in Köln. Erst vor wenigen Tagen hatte der Direktor des Kollegs St. Blasien im Portal katholisch.de kritisiert, dass Müller Homosexuelle für die Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche verantwortlich macht.

Müller attestierte als Retourkutsche, dass Mertes sich "zu Unrecht als Experte in Sachen sexueller Missbrauch von Jugendlichen" ausgebe. Es sei "einfach nur infam, die sexuellen Verbrechen an Teenagern und jungen Erwachsenen für kirchenpolitische Ziele zu benutzen", so der Kardinal. Offenbar kenne der Jesuitenpater nicht "die biblische Lehre zu homosexuellen Handlungen und zur absoluten Verwerflichkeit der Schändung von Heranwachsenden".

Müller saß mehrere Jahre der mächtigen Glaubenskongregation des Vatikans vor, bevor Papst Franziskus im Juli 2017 sein Amt überraschend nicht verlängerte. Zuvor war Müller zehn Jahre lang Bischof in Regensburg gewesen. (dpa/dk)



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