Fragen zu LGBT?

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Die Geschichte über LGBT



 
LGBT

LGBT (auch GLBTLGBTILSBTTIQ und andere Formen) ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender, also LesbenSchwuleBisexuelle und Transgender. Sie ist eine Anpassung der seit Mitte der 1980er Jahre verwendeten Abkürzung LGB als Ersatz für die negativ konnotierte Beschreibung homosexuell. Die in Deutschland manchmal verwendete Abkürzung LSBTTIQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen. Es existiert auch die kürzere Variante LGBTQ. Es handelt sich dabei um eine Gemeinschaft mit unterschiedlicher Thematik, deren Gemeinsamkeit es ist, nicht der Heteronormativität zu entsprechen. Es geht um die sexuelle Orientierung gegenüber dem Partnergeschlecht, um die eigene Geschlechtsidentität und um körperliche Geschlechtsvariationen.

Diese Abkürzung wird im Englischen seit Anfang der 1990er verwendet, im Deutschen um einiges später und zögerlicher. 2004 war sie schon so weit verbreitet, dass sie weltweit von vielen Gruppen und deren Medien verwendet und dadurch zum Internationalismus wurde. Es ist die meistverwendete Zeichenfolge aus dem „Queer-Buchstaben-Baukasten“. Je nach Anlass können Zeichen weggelassen oder hinzugefügt werden; mitunter wird, um niemanden auszuschließen, auch ein Sternchen angehängt, etwa bei LSBTTI*.




Die Geschichte der LGBT



Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff Drittes Geschlecht als Sammelbegriff für Menschen, die von heteronormativen Regeln abweichen, verwendet. Beginnend mit Magnus Hirschfeld und vor allem ab Ende der 1940er wurde in der Wissenschaft immer mehr zwischen Homo- und Transsexualität unterschieden, und der Begriff Drittes Geschlecht wurde aufgegeben. Besonders in den 1940ern bis Anfang der 1970er verwendeten einige statt des medizinisch klingenden, durch die Überbetonung des Sex leicht zu Missverständnissen führenden und stark negativ belasteten Wortes homosexuell den Begriff homophil als Selbstbeschreibung, der die Liebe hervorheben sollte. Es waren oft konservativere Personen, die auch eine sehr starke Anpassung an die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft guthießen. Besonders ab Stonewall 1969 verwendeten progressivere Personen die heute zu Geusenwörtern gewordenen Begriffe gay oder schwul.

Durch die stärkere Zusammenarbeit der Schwulenbewegung mit der Lesbenbewegung, die auch stark mit der Frauenbewegung verknüpft ist, wurde die Forderung nach einer eigenen Identität laut, und es wurden immer mehr die Wortfolgen „Schwule und Lesben“„schwul-lesbisch“ oder „gay and lesbian“ verwendet, um klarzustellen, dass auch lesbische Belange gemeint sind. Oft wurde auch den Frauen im Namen der Vortritt gelassen, unter anderem, weil sie weniger oft bemerkt werden. Im Alltagsgebrauch in der Szene wird auch oft „schwullesbisch“ oder „gaylesbian“ verwendet.

In den 1970ern begann sich die Bi-Bewegung zu emanzipieren, forderte, als eigenständige Gruppe betrachtet zu werden und wollte aber teilweise mit den schon etablierten Verbänden zusammenarbeiten. Durch die herrschende Heteronormativität wurden Bisexuelle oft als Schwule und Lesben angesehen. Andererseits gab es Differenzen, da sich einige Lesben und Schwule schwer taten, Bisexuelle als solche zu akzeptieren und ihnen nicht Feigheit vor einem Coming-out und damit manchmal sogar den Verrat an der Bewegung vorzuwerfen. Zusätzlich war in den späten 1970ern und Anfang der 1980er die erste Euphorie nach Stonewall verflogen und AIDS betrat die Bühne der Zeitgeschichte. Auch durch Letzteres angestoßen, kamen Ende der 1980er vermehrt die Bezeichnungen „gay, lesbian and bisexual“ beziehungsweise „Schwule, Lesbische und Bisexuelle“ auf. Wegen der Langatmigkeit, alle Gruppen aufzuzählen, benutzte man in der englischsprachigen Welt immer öfter die Abkürzung „GLB“ beziehungsweise „LGB“. Im deutschsprachigen Raum konnte sich die Abkürzung „LSB“ nur in geringem Maße durchsetzen und noch weniger „SLB“. Hier ging man mehr dazu über, mit den vorhandenen Worten zu spielen und oft durch Binnenmajuskel verdeutlichte Akronyme wie vor allem „LesBiSchwul“ oder auch „schwuLesBisch“ zu verwenden. Auch die Newsgroup „de.alt.soc.lesbischwul“ hat daher ihren Namen. Das englische Pendant LesBiGay beinhaltet zugleich das Wortspiel „Let's be gay!“

Zu Transgendern besteht keine direkte Verbindung, da es sich dabei um keine sexuelle Orientierung handelt. Die Verbindung ergibt sich historisch aus dem Dritten Geschlecht und aus dem sozial wirkenden Heterosexismus, der beide betrifft. Unter anderem die Verbreitung von Ideen aus der Queer-Theory und die Genderforschung in anderen Kulturen und Zeiten führten dazu, dass die Schicksalsgemeinschaften sich wieder näher kamen. Erst in den 1990ern wurde es üblich, von „gay, lesbian, bisexual and transgender people“oder „Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern“ zu sprechen. Da die oftmalige Aufzählung aller Betroffenen der sexuellen Minderheiten immer sehr langatmig und platzraubend ist, wurde Mitte der 1990er das erweiterte Akronym „LGBT“ oder etwas seltener auch „GLBT“ üblich und hat sich recht schnell bis zur heutigen oftmaligen Verwendung durch Vereine und Organisationen verbreitet, vor allem in den englischsprachigen Ländern, aber auch im deutschsprachigen Raum und in vielen anderen Ländern. Sogar im sonst sehr auf Sprachtreue Wert legenden Frankreich hat sich diese Bezeichnung durchgesetzt. Die deutschsprachigen Pendants „LSBT“ oder „SLBT“ sind weniger verbreitet. Sprachenspezifische Akronyme gibt es dagegen in Esperanto (GLAT), Ungarisch (LMBT), Norwegisch (LHBT), Schwedisch (HBT), Schottisch-Gälisch (LCDT) und Hebräisch (להט״ב, "lahatab", lhtb). An die Schrift angepasste Varianten gibt es bei Kyrillisch (ЛГБТ).

Einige Transgender kritisieren, dass sie vereinnahmt werden durch die häufige Verwendung von LGBT als Synonym für lesbisch-schwul (was einen nicht bestehenden Zusammenhang herstellt), denn Transgender-Menschen können auch eine heterosexuelle Orientierunghaben. Andere Transgender argumentieren allerdings gerade für LGBT, da sie sich als marginalisierter Teil einer gemeinsamen Bewegung oder Szene begreifen. Oft wird der Begriff automatisch verwendet, auch wenn es nur um schwul-lesbische Anliegen geht.

Immer öfter wird Queer (dt. „seltsam“ oder „sonderbar“) als Synonym verwendet, insbesondere in Namen, da es ein Anglizismus, kein Kunstwort und nur ein Begriff ist. Darunter wird prinzipiell alles von der Heteronormativität Abweichende verstanden. Da es zum Modewort geworden ist, stecken aber vor allem bei kommerziellen Namensverwendungen – im Gegensatz zu „Queer-Studies“-Universitätsinstituten und ähnlichem – oft nur Teilbereiche dahinter.

Seit Juli 2014 gibt es im Internet auch die Top-Level-Domain LGBT.

Im November 2017 hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine wegweisende Entscheidung getroffen: „Künftig soll neben den Bezeichnungen ,männlich‘ und ,weiblich‘ ein drittes Geschlecht im Geburtenregister eingetragen werden können“.




Quelle: wikipedia.org